Rufumleitung einrichten: FRITZ!Box, Festnetz und Handy
So leiten Sie Anrufe an einen Voicebot weiter: sofort, bei besetzt oder nach einigen Sekunden. Anleitung für FRITZ!Box, Festnetz-Codes und Handy.

Ein KI-Telefonassistent bringt nur etwas, wenn die Anrufe auch bei ihm ankommen. Die gute Nachricht: Dafür brauchen Sie weder eine neue Telefonanlage noch eine neue Nummer. Eine Rufumleitung reicht. Und die ist in wenigen Minuten eingerichtet.
Dieser Ratgeber erklärt zuerst, welche Art von Umleitung zu Ihnen passt, und dann Schritt für Schritt, wie Sie sie an FRITZ!Box, Festnetzanschluss und Handy einrichten.
Welche Rufumleitung passt zu Ihnen?
Es gibt drei Grundformen. Sie lassen sich auch kombinieren.
| Umleitung | Was passiert | Sinnvoll, wenn … |
|---|---|---|
| Sofort (immer) | Jeder Anruf geht direkt an den Voicebot. | der Voicebot erste Anlaufstelle sein soll, etwa für Reservierungen, oder außerhalb der Öffnungszeiten. |
| Bei Nichtmelden (verzögert) | Erst klingelt es bei Ihnen. Geht niemand ran, übernimmt der Voicebot. | Ihr Team so viele Anrufe wie möglich selbst annehmen will: Der Voicebot fängt nur auf, was sonst verloren ginge. |
| Bei besetzt | Nur wenn Ihre Leitung belegt ist, übernimmt der Voicebot. | Sie vor allem in Stoßzeiten Anrufe verlieren. |
Für den Einstieg empfehlen wir oft „bei Nichtmelden“ nach 15 bis 20 Sekunden, ergänzt um „bei besetzt“. So ändert sich für Ihr Team zunächst wenig, aber kein Anruf verpufft mehr.
Wo Sie die Umleitung einrichten können
Eine Rufumleitung lässt sich an drei Stellen einrichten:
- Im Router oder in der Telefonanlage, zum Beispiel in der FRITZ!Box
- Im Netz Ihres Telefonanbieters, über das Kundencenter oder per Tastencode
- Direkt am Handy, wenn Sie vor allem mobil erreichbar sind
Welche Stelle die richtige ist, hängt davon ab, wo Ihre Anrufe heute ankommen. Im Zweifel: dort, wo Sie auch heute schon Rufumleitungen oder Anrufbeantworter einstellen.
Rufumleitung in der FRITZ!Box
Die FRITZ!Box ist in vielen kleinen Betrieben der Router, an dem auch die Telefone hängen. Die Menünamen können sich je nach FRITZ!OS-Version leicht unterscheiden; der Weg ist aber immer ähnlich:
- Öffnen Sie im Browser fritz.box und melden Sie sich an.
- Gehen Sie zu Telefonie → Rufbehandlung und wählen Sie die Registerkarte Rufumleitung.
- Klicken Sie auf Neue Rufumleitung.
- Legen Sie fest, welche Anrufe umgeleitet werden, zum Beispiel alle Anrufe an Ihre Geschäftsnummer.
- Wählen Sie als Ziel eine Telefonnummer und tragen Sie die Zielnummer Ihres Voicebots ein.
- Wählen Sie die Art der Umleitung: sofort, verzögert oder bei besetzt.
- Speichern Sie mit OK bzw. Übernehmen.
Rufumleitung im Festnetz: Kundencenter oder Tastencode
Richten Sie die Umleitung direkt im Netz Ihres Anbieters ein, wird der Anruf umgeleitet, bevor er Ihren Router überhaupt erreicht. Das schont Ihre Leitungen und funktioniert auch, wenn der Router gerade neu startet.
Über das Kundencenter: Die meisten Anbieter bieten im Online-Kundencenter eine Einstellung für Rufumleitungen, bei der Telekom zum Beispiel im Telefonie-Center. Dort wählen Sie die Rufnummer, die Art der Umleitung und die Zielnummer.
Per Tastencode: An vielen Festnetzanschlüssen lässt sich die Umleitung auch direkt am Telefon ein- und ausschalten. Tippen Sie den Code ein und drücken Sie die Anruftaste:
| Umleitung | Einschalten | Ausschalten |
|---|---|---|
| Sofort | *21*Zielnummer# |
#21# |
| Bei Nichtmelden | *61*Zielnummer# |
#61# |
| Bei besetzt | *67*Zielnummer# |
#67# |
Ob die Codes an Ihrem Anschluss funktionieren, hängt von Anbieter, Anschlussart und Router ab. Hören Sie nach der Eingabe keine Bestätigung, nehmen Sie den Weg über das Kundencenter.
Rufumleitung am Handy
Für Handwerker, Außendienst und alle, die vor allem mobil erreichbar sind, ist die Umleitung am Handy der schnellste Weg. Die folgenden Codes gelten in deutschen Mobilfunknetzen und funktionieren unabhängig vom Smartphone-Modell. Tippen Sie sie in die Telefon-App und drücken Sie die Anruftaste:
| Umleitung | Code |
|---|---|
| Alle Anrufe sofort | **21*Zielnummer# |
| Bei Nichtannahme | **61*Zielnummer# |
| Bei Nichtannahme nach 20 Sekunden | **61*Zielnummer**20# |
| Wenn nicht erreichbar (Funkloch, aus) | **62*Zielnummer# |
| Bei besetzt | **67*Zielnummer# |
| Status prüfen (Beispiel Nichtannahme) | *#61# |
| Alle Umleitungen löschen | ##002# |
Die Wartezeit bei Nichtannahme lässt sich in der Regel zwischen 5 und 30 Sekunden in Fünferschritten wählen. Die Zielnummer tragen Sie am besten im internationalen Format ein, also +49 statt der führenden Null.
In den Einstellungen von iPhone und Android finden Sie die Rufweiterleitung ebenfalls: beim iPhone in den Telefon-Einstellungen, bei Android je nach Hersteller unter „Anrufe“ oder „Zusatzdienste“. Dort lässt sich aber nicht immer jede Form der Umleitung einstellen. Die Codes oben funktionieren zuverlässiger.
Telefonanlage und Cloud-Telefonie
Arbeiten Sie mit einer klassischen Telefonanlage oder einer Cloud-Telefonanlage, richten Sie die Weiterleitung dort ein, meist als Umleitung, Weiterleitungsregel oder Zeitprofil. Viele Anlagen können Umleitungen auch zeitgesteuert schalten, zum Beispiel nur außerhalb der Öffnungszeiten oder nur in der Mittagspause. Die Menüs heißen je nach Hersteller anders; bei der Einrichtung helfen wir gern.
Kosten der Rufumleitung
Für eine umgeleitete Verbindung zahlen Sie in der Regel das, was ein Anruf von Ihrem Anschluss zur Zielnummer kosten würde. Der Anrufer zahlt wie gewohnt nur bis zu Ihrer Nummer. Ob bei Ihnen zusätzliche Kosten entstehen, hängt vom Tarif und der Zielnummer ab. Mit einer Flatrate ins deutsche Festnetz fallen oft keine an. Prüfen Sie im Zweifel Ihre Tarifdetails.
Testen, bevor es ernst wird
Rufen Sie nach dem Einrichten von einem anderen Telefon aus an, und zwar in jeder Variante, die Sie eingestellt haben:
- einmal klingeln lassen, bis der Voicebot übernimmt (bei Nichtmelden)
- einmal anrufen, während Sie selbst telefonieren (bei besetzt)
- einmal außerhalb der Öffnungszeiten, falls Sie zeitgesteuert umleiten
Kommt jeder Anruf wie geplant an, ist Ihr Telefon ab jetzt immer erreichbar.
Kurz zusammengefasst
- Sofort, bei Nichtmelden oder bei besetzt: Für den Start ist „bei Nichtmelden“ plus „bei besetzt“ oft ideal.
- FRITZ!Box: Telefonie → Rufbehandlung → Rufumleitung.
- Festnetz: Kundencenter oder Codes
*21*,*61*,*67*. - Handy:
**21*,**61*,**62*,**67*; alles löschen mit##002#. - Die bekannte Nummer bleibt, nur der Weg des Anrufs ändert sich.
Noch keinen Voicebot, auf den Sie umleiten könnten? Wie die Einführung abläuft, steht im Ratgeber Voicebot einführen, oder Sie sprechen direkt mit uns.
Häufige Fragen
Bleibt meine Telefonnummer bei einer Rufumleitung erhalten?
Ja. Ihre Kunden wählen weiter Ihre bekannte Nummer. Die Rufumleitung sorgt nur dafür, dass der Anruf (immer, bei besetzt oder nach einigen Sekunden) beim Voicebot ankommt.
Kostet eine Rufumleitung extra?
Für die Weiterleitung zahlen Sie in der Regel wie für ein Gespräch von Ihrem Anschluss zur Zielnummer. Ob dafür zusätzliche Kosten anfallen, hängt von Ihrem Tarif und der Zielnummer ab. Mit einer Flatrate ins deutsche Festnetz fallen oft keine an. Ein Blick in die Tarifdetails schafft Klarheit.
Wie schalte ich die Rufumleitung wieder ab?
Im Router oder in der Telefonanlage löschen oder deaktivieren Sie die Umleitung im selben Menü. Per Code geht es mit #21#, #61# bzw. #67# im Festnetz; am Handy löscht ##002# alle Umleitungen auf einmal.
Welche Zielnummer trage ich ein?
Die Zielnummer Ihres SprachBots erhalten Sie von uns bei der Einrichtung. Tragen Sie sie am besten im internationalen Format ein, also mit +49 statt der führenden Null.
Ist „bei Nichtmelden“ oder „sofort“ besser?
Wenn Ihr Team weiterhin möglichst viele Anrufe selbst annehmen soll, ist „bei Nichtmelden“ nach 15 bis 20 Sekunden ein guter Start. Soll der Voicebot erste Anlaufstelle sein (etwa für Reservierungen oder außerhalb der Öffnungszeiten), ist „sofort“ die richtige Wahl.


