Praxis nicht erreichbar? Warum das Telefon zum Engpass wird

Warum Arztpraxen am Telefon kaum durchkommen, was das für Team und Patienten bedeutet und welche Lösungen wirklich helfen, von Online-Terminbuchung bis KI.

5 Min. LesezeitStand: Von: SprachBot-Team, Krefeld

Empfangskraft einer Arztpraxis telefoniert am Tresen und hält eine Mappe

Es ist 8:03 Uhr. Die Praxis hat seit drei Minuten geöffnet, am Empfang stehen vier Patienten, im Wartezimmer sitzen sechs weitere. Eine Kollegin nimmt nebenan Blut ab, die andere sucht eine Überweisung, die gestern schon fertig sein sollte. Und das Telefon klingelt. Und klingelt. Und klingelt.

Wer in dieser Viertelstunde anruft, hört das Besetztzeichen. Oder eine Ansage, dass alle Leitungen belegt sind. Er versucht es um 8:10 Uhr noch einmal, um 8:25 Uhr, um 9:00 Uhr. Irgendwann kommt er durch. Oder er steht um 10 Uhr einfach am Tresen, weil es schneller geht. Dann ist der Empfang noch voller.

Dieses Bild kennen viele Praxen. Und es ist kein Zeichen dafür, dass das Team etwas falsch macht.

Warum das Praxistelefon zum Engpass wird

Das Problem ist nicht die Zahl der Anrufe allein. Es ist ihre Verteilung. Viele Patienten rufen an, sobald die Praxis öffnet, weil sie einen Termin für heute brauchen, weil sie es vor der Arbeit erledigen wollen oder weil sie gelernt haben, dass es später auch nicht besser wird.

Gleichzeitig ist der Empfang in genau diesen Minuten am stärksten gefordert. Dieselben Menschen, die ans Telefon gehen sollen, begrüßen Patienten, lesen Versichertenkarten ein, vergeben Termine vor Ort, beantworten Rückfragen aus den Behandlungszimmern. Das Telefon konkurriert mit allem anderen. Und verliert.

Dazu kommt: Ein großer Teil der Anrufe ist Routine. Öffnungszeiten, Urlaubsvertretung, „Ist mein Rezept fertig?“, „Ich brauche mein Blutdruckmittel“. Wichtig für den Anrufer, aber schnell erledigt, wenn jemand Zeit hätte.

Was Dauerbesetzt kostet

Für die Praxis kostet das Telefon vor allem Konzentration. Jede Unterbrechung reißt jemanden aus einer anderen Aufgabe. Wer zwischen Patient am Tresen und Anrufer am Ohr hin- und herspringt, macht schneller Fehler und geht abends erschöpfter nach Hause.

Für die Patienten kostet es Nerven. Wer krank ist und nicht durchkommt, ist doppelt gestresst. Manche weichen auf andere Praxen aus, manche auf die Notaufnahme, manche geben auf.

Und für beide Seiten kostet es Vertrauen. „Da kommt man ja nie durch“ ist ein Satz, der sich herumspricht.

Was Praxen heute schon tun und wo es hakt

Die meisten Praxen haben längst reagiert. Die gängigsten Lösungen, ehrlich betrachtet:

Feste Telefonzeiten. Das Telefon ist nur zu bestimmten Zeiten besetzt, zum Beispiel ab 9 Uhr. Das entlastet den Empfang zur Praxisöffnung, verschiebt die Anrufwelle aber nur nach hinten.

Online-Terminbuchung. Sehr hilfreich für planbare Termine und für Patienten, die ohnehin online buchen. Viele rufen trotzdem an: aus Gewohnheit, weil ihr Anliegen nicht ins Buchungsraster passt oder weil sie lieber mit jemandem sprechen.

Rezeptbestellung per Website, App oder Anrufbeantworter. Nimmt Druck aus dem Telefon, setzt aber voraus, dass Patienten den Kanal kennen und nutzen.

Anrufbeantworter. Fängt Anrufe auf, die sonst verloren gingen. Die Nachrichten sind aber oft unvollständig: Name unverständlich, Geburtsdatum fehlt, Rückrufnummer zu schnell gesprochen. Das Abhören kostet später wieder Zeit.

Externer Telefonservice. Menschen nehmen im Auftrag der Praxis ab. Das klingt persönlich, kostet aber meist pro Anruf oder Minute, und die Kolleginnen am anderen Ende kennen die Praxis nicht so gut wie das eigene Team.

Was ein KI-Telefonassistent in der Praxis übernehmen kann

Ein KI-Telefonassistent wie SprachBot geht beim ersten Klingeln ran, auch wenn fünf Patienten gleichzeitig anrufen. Er stellt sich als digitaler Assistent der Praxis vor und fragt: „Wie kann ich Ihnen helfen?“ Dann übernimmt er, was sich wiederholt:

  • Terminwünsche mit Anliegen, Wunschzeitraum und Rückrufnummer aufnehmen, oder direkt buchen, wenn die Terminbuchung angebunden ist
  • Folgerezepte und Überweisungen vollständig erfassen: Name, Geburtsdatum, Medikament
  • Standardfragen zu Öffnungszeiten, Urlaub und Vertretung sofort beantworten
  • Rückrufbitten geordnet übergeben, statt sie auf Zetteln zu sammeln

Das Praxisteam bekommt am Ende jedes Anrufs eine strukturierte Zusammenfassung, ohne Nachfragen, ohne Abhören, ohne Abtippen.

Und was er ausdrücklich nicht tut

In einer Arztpraxis sind die Grenzen genauso wichtig wie die Fähigkeiten:

  • Keine Diagnosen. Ein Telefonassistent ist kein medizinisches Personal und gibt keine medizinischen Einschätzungen.
  • Klare Notfallregeln. Nennt ein Anrufer Warnzeichen wie Brustschmerzen oder Atemnot, verweist der Assistent auf den Notruf 112 und leitet, wenn die Praxis das so festlegt, sofort ans Team weiter.
  • Außerhalb der Sprechzeiten nennt er den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.
  • Datensparsam. Er fragt nur ab, was für die Organisation nötig ist, nicht, was medizinisch interessant wäre.

Gesundheitsdaten sind nach der DSGVO besonders geschützt, und für Arztpraxen gilt die Schweigepflicht. Was das für den Einsatz eines Voicebots bedeutet, steht in unserer DSGVO-Checkliste für Voicebots.

So könnte der Morgen aussehen

Es ist wieder 8:03 Uhr. Am Empfang stehen vier Patienten, das Telefon klingelt. Diesmal nimmt SprachBot ab. Frau Weber bestellt ihr Folgerezept, Herr Yilmaz fragt nach einem Termin zur Vorsorge, jemand will wissen, ob die Praxis zwischen den Jahren geöffnet hat. Drei Anrufe, drei erledigte Anliegen, drei saubere Zusammenfassungen im System.

Um 8:40 Uhr, als es ruhiger wird, arbeitet das Team die Rezepte und Rückrufbitten ab: der Reihe nach, mit allen Angaben. Niemand musste den Patienten am Tresen warten lassen, um ans Telefon zu gehen.

Erste Schritte für Ihre Praxis

  1. Eine Woche Strichliste neben dem Telefon: Welche Anliegen kommen wie oft?
  2. Anrufliste prüfen: Wie viele Anrufe werden nicht angenommen, und wann?
  3. Die zwei, drei häufigsten Routineanliegen als Kandidaten für die Automatisierung festhalten.
  4. Mit dem Datenschutzbeauftragten sprechen: früh, nicht erst kurz vor dem Start.

Wie ein KI-Telefonassistent in Ihrer Praxis klingen würde, zeigen wir Ihnen gern in einem kostenlosen Beratungsgespräch. Mehr zu den Möglichkeiten für Praxen finden Sie auf unserer Seite für Arztpraxen und Therapiepraxen.

Häufige Fragen

Warum ist meine Arztpraxis telefonisch so schwer zu erreichen?

Meist kommen viele Anrufe genau dann, wenn am Empfang am meisten los ist: morgens zur Praxisöffnung. Dieselben Mitarbeitenden betreuen gleichzeitig Patienten vor Ort, nehmen Blut ab oder organisieren Rezepte. Das Telefon konkurriert mit allem anderen.

Was kann eine Praxis tun, um besser erreichbar zu sein?

Bewährt haben sich feste Telefonzeiten, Online-Terminbuchung, eigene Kanäle für Rezeptbestellungen und, für die Spitzen, ein digitaler Telefonassistent, der Standardanliegen aufnimmt und Rückrufbitten geordnet übergibt.

Kann ein KI-Telefonassistent in der Praxis Notfälle erkennen?

Ein KI-Telefonassistent stellt keine Diagnosen. Er kann aber bei festgelegten Warnzeichen sofort auf den Notruf 112 verweisen oder an das Praxisteam weiterleiten. Außerhalb der Sprechzeiten nennt er den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117.

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